Ankunft und erste Zeit im Haus

Wenn eine Frau ins Frauenhaus kommt, bedeutet das für sie und ihre Kinder eine Umbruchsituation. Hoffnung und Aufbruch sind gepaart mit Verlusterfahrungen, Enttäuschung und Wut. Je nach Temperament haben die Betroffenen einen großen Bedarf darüber zu sprechen, was passiert ist oder sie wollen sich lieber mit der Zukunft beschäftigen, mit der Frage, wie es weiter geht.

Was alle Bewohnerinnen eint, sie haben ein ganz neues Leben zu bewältigen. Sie lernen eine neue Umgebung, andere Frauen und Kinder mit ihren Erfahrungen und Problemlösungsstrategien kennen. Sie müssen lernen, sich mit anderen zu arrangieren und sich an die Regeln in einer nicht selbst gewählten Wohngemeinschaft zu halten. Innerlich gilt es, die Trennung zu verarbeiten, den Schmerz, die Wut zur Kenntnis zu nehmen und damit umzugehen.

Um das zu bewältigen, entwickeln die Frauen unterschiedliche Strategien. Eine Gruppe wird aktiv, sie sind ständig beim Putzen und bekommen auch mal Streit mit anderen Bewohnerinnen, die in ihren Augen zu wenig tun. Andere zeigen depressive Züge oder haben Langeweile. Sie können mit der Zeit, die sie auf einmal haben, nichts anfangen. Manche Frauen sind so mit Enttäuschung und Wut beschäftigt, dass es ihnen schwerfällt, sich  um ihre Kinder und die Alltagsangelegenheiten zu kümmern. Wieder andere wittern die neue Freiheit und probieren aus, was sie in der Ehe oder der Herkunftsfamilie nicht umsetzen durften.


Zu Beginn des Aufenthalts im Frauenhaus gehört u.a.:

  • sich in einer neuen Stadt zurechtfinden, den öffentlichen Nahverkehr nutzen ...
  • sich auf dem Einwohnermeldeamt anmelden, bei der Bank ein Konto eröffnen ...
  • seitenweise Anträge ausfüllen, fehlende Papiere besorgen, auf Ämter gehen ...
  • sich im Frauenhaus mit einbringen

Für manche Frauen ist eine große Herausforderung alle diese Aufgaben in Angriff zu nehmen, da sie öfter vom Partner übernommen wurden.


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